Smart Metering: Warum Funkablesung die Zukunft ist
Funkbasierte Verbrauchserfassung spart Zeit, senkt Kosten und erfüllt die gesetzlichen Anforderungen der novellierten Heizkostenverordnung. Ein Überblick über Technik und Vorteile.
Die Zeiten, in denen ein Ableser einmal im Jahr an der Tür klingeln musste, neigen sich dem Ende zu. Moderne Funktechnologie ermöglicht es, Verbrauchsdaten für Heizung, Wasser und Warmwasser automatisiert und aus der Ferne zu erfassen – ohne dass Mieter zu Hause sein müssen und ohne Terminabsprachen. Die novellierte Heizkostenverordnung macht die Fernablesung ab dem 1. Januar 2027 zur Pflicht. Doch was steckt technisch hinter der Funkablesung, und welche Vorteile bietet sie?
Was ist Funkablesung?
Bei der Funkablesung senden Zähler und Heizkostenverteiler ihre Verbrauchsdaten per Funk an einen Empfänger. Die Daten werden dann an den Messdienstleister übertragen, der sie für die Abrechnung und die monatliche Verbrauchsinformation (UVI) aufbereitet.
Der gängigste Standard in der Immobilienwirtschaft ist der wireless M-Bus (wM-Bus) auf der Frequenz 868 MHz. Dieser Standard ist Teil der europäischen Norm EN 13757 und wird durch die OMS-Spezifikation (Open Metering System) weiter standardisiert. OMS gewährleistet die Interoperabilität zwischen Geräten verschiedener Hersteller – ein entscheidender Vorteil für Gebäudeeigentümer, die nicht an einen einzigen Anbieter gebunden sein möchten.
Wie funktioniert die Technik?
Das System der Funkablesung besteht aus mehreren Komponenten:
- Funkfähige Endgeräte: Heizkostenverteiler, Wärmezähler und Wasserzähler mit integriertem Funksender. Sie erfassen den Verbrauch und senden die Daten in regelmäßigen Intervallen.
- Datensammler / Gateway: Ein im Gebäude installiertes Empfangsgerät, das die Funksignale der Endgeräte sammelt und bündelt.
- Datenübertragung: Die gesammelten Daten werden über Mobilfunk, Internet oder andere Wege an die Server des Messdienstleisters übertragen.
- Auswertung: Die Daten werden für die Heizkostenabrechnung, die monatliche UVI und Analysezwecke aufbereitet.
Smart Meter Gateway vs. einfache Funkablesung
In der Diskussion um Smart Metering wird oft zwischen zwei Konzepten unterschieden:
Einfache Funkablesung (wM-Bus)
Die klassische Funkablesung nutzt wM-Bus-Geräte, die ihre Daten an lokale Datensammler im Gebäude senden. Diese Lösung ist erprobt, kostengünstig und für die meisten Wohngebäude vollkommen ausreichend. Sie erfüllt die Anforderungen der HKVO und ermöglicht die monatliche UVI.
Smart Meter Gateway (SMGW)
Ein Smart Meter Gateway ist eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Kommunikationseinheit. Es dient als zentrale, hochsichere Schnittstelle für intelligente Messsysteme im Energiebereich. Das SMGW wurde primär für den Strombereich entwickelt (Messstellenbetriebsgesetz – MsbG), kann aber auch Daten von Wärme-, Gas- und Wasserzählern einbinden.
Der wesentliche Unterschied: Das SMGW bietet ein höheres Sicherheitsniveau durch BSI-Zertifizierung und verschlüsselte Kommunikation. Für die reine Heizkostenabrechnung in Wohngebäuden ist es derzeit jedoch nicht vorgeschrieben – die einfache Funkablesung per wM-Bus genügt den gesetzlichen Anforderungen.
Alternative Funktechnologien
Neben dem wM-Bus-Standard gewinnen weitere Funktechnologien im Bereich der Verbrauchserfassung an Bedeutung:
- LoRaWAN (Long Range Wide Area Network): Eine LPWAN-Technologie (Low Power Wide Area Network) mit hoher Reichweite und geringem Energieverbrauch. LoRaWAN eignet sich besonders für größere Liegenschaften und Areale, bei denen die Geräte über größere Distanzen kommunizieren müssen.
- NB-IoT (Narrowband Internet of Things): Eine Mobilfunktechnologie, die über bestehende LTE-Netze arbeitet. NB-IoT bietet eine gute Gebäudedurchdringung und eignet sich für Standorte ohne eigene Funkinfrastruktur, da das Mobilfunknetz genutzt wird.
Beide Technologien ergänzen den wM-Bus-Standard und können je nach Gebäudesituation eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung darstellen.
Vorteile der Funkablesung
Die Umstellung auf funkbasierte Verbrauchserfassung bietet zahlreiche Vorteile für Eigentümer, Verwaltungen und Mieter:
- Keine Terminabsprachen: Die Ablesung erfolgt automatisiert, ohne dass Mieter anwesend sein müssen. Das spart Zeit und reduziert den Organisationsaufwand erheblich.
- Kontinuierliche Datenerfassung: Statt eines einzelnen Ablesewerts pro Jahr liefert die Funkablesung regelmäßige Verbrauchsdaten. So lassen sich Verbrauchsmuster erkennen und Unregelmäßigkeiten früh erkennen.
- Frühe Leckage-Erkennung: Ungewöhnlich hoher Wasserverbrauch kann auf eine Leckage hinweisen. Durch die kontinuierliche Datenerfassung werden solche Anomalien schneller sichtbar.
- UVI-Erfüllung: Die monatliche Verbrauchsinformation nach §6a HKVO lässt sich nur mit fernablesbaren Geräten automatisiert bereitstellen.
- Höhere Datenqualität: Automatisierte Ablesung eliminiert Ablesefehler und Schätzungen bei nicht erreichbaren Wohnungen.
- Langfristig niedrigere Kosten: Obwohl die Umrüstung zunächst Investitionen erfordert, sinken die laufenden Kosten durch den Wegfall manueller Ablesungen deutlich.
Gesetzliche Pflicht: Fernablesung bis 2027
Die novellierte Heizkostenverordnung (§5 Abs. 2 HKVO) schreibt vor, dass alle Ausstattungen zur Verbrauchserfassung bis zum 1. Januar 2027 fernablesbar sein müssen. Noch nicht umgerüstete Gebäude müssen bis dahin mit fernablesbaren Heizkostenverteilern und Zählen ausgestattet werden.
Wer die Frist versäumt, riskiert nicht nur einen Verstoß gegen die HKVO, sondern auch Kürzungsrechte der Mieter nach §12 HKVO (15 % der Heizkosten). Außerdem kann die monatliche UVI ohne Fernablesung nicht gesetzeskonform bereitgestellt werden.
Datenschutz: DSGVO-konform und sicher
Ein häufiges Anliegen bei der Funkablesung ist der Datenschutz. Da Verbrauchsdaten personenbezogene Daten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sind, gelten strenge Anforderungen an ihre Verarbeitung:
- Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt.
- Verbrauchsdaten werden nur für den Zweck der Heizkostenabrechnung und der gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsinformation verarbeitet.
- Bei dumpro werden alle Daten auf Servern in Deutschland gespeichert und verarbeitet.
- Der Zugriff auf die Daten ist streng reglementiert und erfolgt nur durch berechtigte Personen.
Die Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ergibt sich aus der Erfüllung gesetzlicher Pflichten (Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO in Verbindung mit der HKVO) sowie aus dem berechtigten Interesse an der ordnungsgemäßen Heizkostenabrechnung (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
Fazit
Die Funkablesung ist nicht mehr nur eine technologische Option, sondern wird ab 2027 zum gesetzlichen Standard. Eigentümer, die jetzt umrüsten, sichern sich rechtzeitig ab und profitieren bereits heute von den Vorteilen: effizientere Prozesse, bessere Datenqualität, zufriedenere Mieter und die Erfüllung der monatlichen UVI-Pflicht.
dumpro begleitet Sie als erfahrener Messdienstleister durch den gesamten Umrüstungsprozess – von der technischen Beratung über die Installation OMS-kompatibler Geräte bis zur laufenden Datenerfassung und Abrechnungserstellung.
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